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Thomas Stallinger 5eabdbd180 ADR-0019 Nachtrag: Self-Service-Passwortänderung
Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
2026-08-26 09:49:42 +02:00

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# ADR-0019: Organisations-Stammdaten + organisationsgebundene Kontenrolle
**Status:** Beschlossen
**Datum:** 20.08.2026
## Kontext
`/organisation` im Kundenportal erlaubte bislang ausschließlich das Ändern
des Namens — die `organizations`-Tabelle auf anode hatte sonst keine
Felder, es gab nichts, das eine Kundin dort „mit Informationen befüllen"
konnte. Parallel dazu gab es für die Kontenverwaltung **keinen einzigen
Self-Service-Weg**: Konten anlegen ging ausschließlich über den internen
Bereich (`/admin/kunden/{id}/konten`). Eine Organisation, die eine weitere
Kollegin einloggen lassen oder ein Passwort zurücksetzen wollte, brauchte
dafür immer das Tuxflotte-Team.
**Entscheidendes Sicherheitsdetail, das die Lösung bestimmt hat:**
`benutzer.is_superuser` bedeutet im bestehenden Code nicht „Admin der
eigenen Organisation", sondern „organisationsübergreifendes, internes
Tuxflotte-Personal mit Zugriff auf `/admin/*`" (siehe das Formular-Label
in `admin_kunden.py`: „Admin-Zugriff (organisationsübergreifend)"). Eine
naive Self-Service-Kontenverwaltung, die dieses Flag wiederverwendet
hätte, hätte einer Kundin ermöglicht, sich selbst (oder eine Kollegin)
versehentlich zur internen Tuxflotte-Admin mit Zugriff auf *alle*
Organisationen zu machen — kein Stilproblem, sondern eine echte
Rechteausweitung über Organisationsgrenzen hinweg.
Umfang bewusst begrenzt (mit dem User abgestimmt): Stammdaten = einfache
Kontakt-/Adressdaten (Ansprechpartner, Adresse, Telefon, Kontakt-E-Mail,
Notizfeld) — **keine** Richtlinien-/Sicherheitsfelder. Die in
`03-organization-model.md` skizzierten schwereren Konzepte
(Sicherheitsanforderungen, Softwarequellen, Netzwerkvorgaben, Branding)
bleiben unangetastet; `Network Profile`/`Secret Reference` sind laut
ADR-0001/`09-data-model-v1.md` weiterhin bewusst unspezifiziert.
## Entscheidung
**Stammdaten:** `organizations` bekommt fünf neue, nullable Textspalten
(`kontakt_name`, `adresse`, `telefon`, `kontakt_email`, `notizen`). Der
bestehende `PATCH /api/v1/organizations/{id}`-Endpoint wird nur breiter
(keine neue Route) — sowohl die Self-Service-Seite (`/organisation`) als
auch der interne Admin-Bereich (neue „Organisationsdaten"-Sektion in
`kunden_detail.html`) rufen denselben Endpoint auf und sehen dieselben
Daten, statt zweier getrennter Wahrheiten.
**Neue, organisationsgebundene Rolle `ist_organisationsadmin`** in
`kundenplattform`s eigener `benutzer`-Tabelle, strikt getrennt von
`is_superuser`:
- `is_superuser` bleibt exklusiv internes Personal, unverändert.
- `ist_organisationsadmin` gilt nur innerhalb der eigenen Organisation und
kann über Self-Service **nie** auf `is_superuser` hinauswirken —
`POST /organisation/konten` liest `organization_id` und `is_superuser`
nie aus dem Formular, sondern setzt `organization_id` fest auf die
Session des anfragenden Kontos und `is_superuser` immer auf `False`.
Live mit einem gezielten Manipulationsversuch geprüft (zusätzliches,
von der Route nicht deklariertes `is_superuser=on`-Feld im POST-Body
mitgeschickt): blieb wirkungslos, `is_superuser` weiterhin `False`.
- Neue Dependency `require_org_admin` (`is_superuser OR
ist_organisationsadmin`) statt der bestehenden `require_admin`
(`is_superuser` allein) für alle organisationsgebundenen
Verwaltungsaktionen — internes Personal bleibt dadurch bewusst nicht
ausgesperrt, falls Support nötig ist.
- Bootstrap: internes Personal kann beim Anlegen des allerersten Kontos
einer neuen Organisation (`/admin/kunden/{id}/konten`) direkt die neue
Checkbox „Admin dieser Organisation" setzen, getrennt von der
bestehenden Checkbox für `is_superuser` — ohne diesen Schritt hätte eine
neue Organisation keinen Weg, selbst mit der Self-Service-
Kontenverwaltung anzufangen.
**Sichtbarkeit vs. Verwaltung:** Die Kolleg:innen-Liste ist für **jedes**
eingeloggte Konto der Organisation sichtbar (Transparenz — wer hat
Zugriff), Anlegen-/Löschen-Formulare werden aber nur für
`is_superuser`/`ist_organisationsadmin` angezeigt und serverseitig über
`require_org_admin` erzwungen (nicht nur über UI-Ausblendung). Live
geprüft: ein Konto ohne Rechte bekommt bei einem direkten POST-Versuch
`403`, unabhängig davon, was die UI anzeigt.
**Selbstlöschung ausgeschlossen:** `POST /organisation/konten/{id}/loeschen`
verweigert das Löschen des eigenen, gerade eingeloggten Kontos explizit
(eigene Fehlermeldung) — verhindert, sich versehentlich aus der eigenen
Organisation auszusperren, ohne dass eine komplexere „letzter Admin"-
Prüfung nötig wäre.
## Konsequenzen
`fetch_benutzer_fuer_organisation()` wurde von `admin_kunden.py` nach
`auth.py` verschoben und wird jetzt von beiden Routern importiert (Reuse-
Pattern wie `fetch_gruppen()` aus `routers/gruppen.py`, siehe ADR-0017) —
keine doppelte SQL-Abfrage für dieselbe Kontenliste mehr.
**Live gefundener und gefixter Bug, festgehalten als wiederkehrendes
Muster:** `psycopg` liefert TEXT-Spalten über bestimmte
Verbindungspfade teils als `bytes` statt `str` zurück — ein bereits
bekanntes, nicht deterministisches Verhalten (siehe der bestehende
Kommentar in `_row_to_user()`, das ursprünglich die E-Mail-Anzeige im
Header verunstaltete). Dieselbe Eigenart traf jetzt die neue
`fetch_benutzer_fuer_organisation()`: ein daraus weitergereichter
`bytes`-Wert brachte eine nachgelagerte async-SQL-Abfrage
(`user_manager.get_by_email()`) mit `operator does not exist: text =
bytea` zum Absturz (`500`), als ein Org-Admin versuchte, ein fremdes
Konto zu löschen. Zweifach behoben: `konto_loeschen()` lädt das Zielkonto
jetzt über `user_manager.get(id)` (rein async, umgeht das Problem
strukturell) statt über den E-Mail-Umweg, und
`fetch_benutzer_fuer_organisation()` selbst bekam denselben defensiven
`bytes`-Decode wie `_row_to_user()`, damit dieselbe Eigenart nicht an
einer dritten Stelle erneut zuschlägt. Für künftigen Code, der Werte aus
einer sync-`psycopg`-Verbindung in eine async-Abfrage weiterreicht, ist
das ein bekanntes Risiko, keine Überraschung mehr.
Details zum Datenmodell: `09-data-model-v1.md`, dort um die neuen
Organization-Kontaktfelder ergänzt. `benutzer` (inkl. der neuen
`ist_organisationsadmin`-Spalte) bleibt dort bewusst unerwähnt — die
Tabelle lebt in `kundenplattform`s eigener, von `provisioning-server`
getrennter Datenbank (siehe ADR-0011) und war schon vorher nicht
Bestandteil dieses Dokuments.
## Nachtrag 26.08.2026: Self-Service-Passwortänderung
Der ursprüngliche Umfang dieser ADR deckte Kontenverwaltung (Anlegen/
Löschen fremder Konten durch `require_org_admin`) ab, aber keine
Möglichkeit für einen Nutzer, sein **eigenes** Passwort zu ändern — dafür
war bislang ausschließlich das CLI-Skript `scripts/reset_password.py`
(aus der Sicherheitshärtung vom 25.08.2026) zuständig, nicht per
Self-Service erreichbar.
Neue Route `POST /organisation/passwort`, neue Sektion „Mein Konto" auf
derselben `/organisation`-Seite. Bewusst **ohne** `require_org_admin` —
anders als Kontenverwaltung für Dritte braucht das eigene Passwort keine
besondere Rolle, jedes eingeloggte Konto darf es ändern. Prüft das
aktuelle Passwort über `user_manager.authenticate()` (gleiches Muster wie
der Login in `auth.py`), validiert das neue Passwort explizit gegen die
bestehende `UserManager.validate_password()`-Policy (≥12 Zeichen, nicht
gleich der E-Mail-Adresse, siehe Sicherheitshärtung 25.08.2026) und zeigt
Fehler inline auf derselben Seite statt als nackte `HTTPException` —
dafür wurde die Kontext-Beschaffung aus `organisation_ansicht()` in eine
gemeinsame Hilfsfunktion `_organisation_kontext()` ausgelagert.
Bekannte, akzeptierte Einschränkung: die JWT-Session bleibt nach einer
Passwortänderung bis zu ihrem regulären Ablauf gültig (kein
Session-Revocation-Mechanismus vorhanden, war auch vorher schon so) —
ein bereits eingeloggtes Gerät wird durch eine Passwortänderung nicht
automatisch ausgeloggt.
Live auf anode verifiziert (WLAN-Test-Fixture-Konto, Passwort danach auf
den dokumentierten Fixture-Wert zurückgesetzt): falsches aktuelles
Passwort, zu kurzes neues Passwort, nicht übereinstimmende Wiederholung
liefern je `400` mit der passenden Inline-Fehlermeldung; der Erfolgsfall
liefert `303`, das alte Passwort funktioniert danach nicht mehr, das neue
sofort.