Further research showed the live-session-invocation limitation isn't Fedora-specific: Ubuntu/Subiquity autoinstall and Ubiquity/preseed are also strictly kernel-boot-parameter-triggered, and Calamares has no unattended mode at all regardless of timing. Rather than switching distros, the live session can instead set the right boot parameter for a second boot and reboot into the installer's normal automated mode - potentially avoiding a Fedora/Anaconda departure entirely. Records the agreed test order: confirm Mint's actual installer, test Fedora+kickstart-via-reboot first (lowest cost), then Mint/Ubuntu with the same pattern, with the original ADR-0009 ultima ratio last. Co-Authored-By: Claude Sonnet 5 <noreply@anthropic.com>
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ADR-0009: Anaconda-Kickstart aus der laufenden Live-Sitzung heraus verworfen
Status: Beschlossen Datum: 23.07.2026
Kontext
13-live-provisioning-boot.md (Abschnitt "Nativer Installer aus der Live-Sitzung") legt fest, dass backend_launch() den nativen Installer explizit aus der bereits gebooteten Live-Sitzung heraus aufruft, mit der von backend_generate_config() erzeugten Kickstart-Datei. Für das Fedora-Backend hieße das: anaconda (bzw. liveinst) innerhalb der laufenden Cinnamon-Sitzung mit der generierten Kickstart-Datei starten.
Vor der Implementierung wurde recherchiert und real getestet, ob das funktioniert.
Untersuchung
Der liveinst-Wrapper (/usr/bin/liveinst, Teil des anaconda-Pakets) lehnt ks=/kickstart=-Argumente laut eigenem Quellcode aktiv ab und erzwingt stattdessen den interaktiven Modus — Zitat aus der Anaconda-Projektdokumentation: "anaconda developers really, really do not want to support kickstart from liveinst!". Auch die eigene anaconda --help-Ausgabe dokumentiert --kickstart KICKSTART_PATH explizit als "not supported for live installations".
Direkter Test am Wrapper vorbei (anaconda --liveinst --kickstart=<datei>, auf echtem Fedora 44 / Anaconda 44.30-2.fc44) bestätigte das empirisch, mit einer noch ungünstigeren Fehlerart als "klar abgelehnt":
- Mit
-T(Text-Modus): Anaconda startet, übernimmt Sprache/Zeitzone/Partitionierungsart (autopart) korrekt aus der Kickstart-Datei, ignoriert aberrootpwunduserkommentarlos — beide Felder mussten vollständig manuell nachgetragen werden ("Root-Konto ist deaktiviert", "Es wird kein Benutzer erstellt", trotz korrekter Kickstart-Zeilen). Kein Fehler, keine Warnung — nur eine leise, unvollständige Übernahme. - Mit
-C(Cmdline-Modus, laut Hilfetext für nicht-interaktive Automatisierung gedacht): sauberer, aber ebenso eindeutiger Abbruch, Exit-Code 1, mit explizitem Log-Eintrag:
Anaconda selbst bewertet alsopyanaconda.errors.CmdlineError: Die folgenden obligatorischen Speichen sind nicht beendet: Installation Destination Root password User creationautopart/rootpw/useraus der Kickstart-Datei als nicht abgeschlossen — trotz syntaktisch korrekter Angabe.
Der zusätzlich dokumentierte Flag --ks (ohne die "not supported for live"-Einschränkung im Hilfetext) erwies sich als Sackgasse: in dieser Anaconda-Version nimmt --ks in der direkten Kommandozeilen-Nutzung keinen Wert entgegen (error: argument --ks: ignored explicit argument) — die Beschreibung im Hilfetext bezieht sich vermutlich auf den inst.ks=-Boot-Parameter, nicht auf diesen CLI-Flag bei direktem Programmaufruf.
Entscheidung
Der native Installer wird nicht per Kickstart aus der laufenden Live-Sitzung heraus gestartet. Diese Umsetzung des in 13-live-provisioning-boot.md beschriebenen Modells ("Nativer Installer aus der Live-Sitzung") ist für das Fedora-Backend nicht tragfähig.
Ausdrücklich nicht gewählt: Anaconda umgehen und Partitionierung/Dateisystem/Bootloader selbst nachbauen (parted/mkfs/rsync/grub2-install) — zu hoher Wartungsaufwand, Verlust von Anacondas ausgereifter Partitionierungs-/Verschlüsselungs-/Secure-Boot-Logik.
Konsequenzen
13-live-provisioning-boot.md(Abschnitt "Nativer Installer aus der Live-Sitzung") muss überarbeitet werden, sobald der tatsächliche Weg feststeht — noch nicht Teil dieser Entscheidung.- Betroffene Anaconda-Version zur Einordnung: 44.30-2.fc44 ("bluesky", Pre-Release, neue WebUI-basierte Oberfläche) — die "Kickstart auf Live-Medien nicht unterstützt"-Haltung selbst ist aber laut Anaconda-Projektdokumentation langjährig und nicht auf diese Version beschränkt.
Update (23.07.2026): Muster erkannt, verfeinerter Prüfplan
Weitere Recherche zeigt: das Problem ist nicht Fedora-spezifisch. Ubuntu/Subiquity (autoinstall) und Ubiquity (Preseed, älterer Mint-Installer) sind laut Dokumentation ebenfalls ausschließlich für eine Auslösung per Kernel-Boot-Parameter gebaut, nicht für einen Aufruf aus einer bereits laufenden Live-Sitzung heraus — dasselbe Muster wie bei Anaconda. Calamares (Basis einiger Mint-Editionen) hat dagegen unabhängig vom Zeitpunkt grundsätzlich keinen eingebauten unbeaufsichtigten Modus.
Daraus folgt ein vielversprechenderer Ansatz als ein Distro-Wechsel: zweistufiger Boot statt Aufruf aus der laufenden Sitzung. Die Live-Sitzung macht weiterhin alles wie bisher (Netzwerk, Hardware, Handshake, interaktive/Auto-Entscheidung), löst am Ende aber keinen direkten Installer-Aufruf mehr aus, sondern setzt den passenden Boot-Parameter (inst.ks=, autoinstall, Preseed-Äquivalent) für den nächsten Boot und startet neu. Der native Installer läuft dann in genau der Betriebsart, für die er gebaut ist — kein Live-Sitzungs-Umweg. Das würde bedeuten, dass Fedora/Anaconda eventuell gar nicht aufgegeben werden muss.
Offener Punkt dabei: das Medium ist laut WLAN-Autoprovisionierungs-Entscheidung (13-live-provisioning-boot.md) bewusst nicht dauerhaft beschreibbar — die generierte Konfigurationsdatei muss dem zweiten Boot also vermutlich über eine Server-URL zugestellt werden (inst.ks=https://..., passend zu ADR-0003), nicht über eine lokale Datei. Ob die frühe Dracut-Boot-Netzwerkumgebung dafür ausreicht (sie ist nicht dieselbe wie die volle NetworkManager-/WLAN-Konfiguration der laufenden Live-Sitzung), ist ungeklärt und Teil der folgenden Prüfschritte, nicht vorab gelöst.
Vereinbarter Prüfplan, in dieser Reihenfolge:
- Klären, welchen Installer Linux Mint (Cinnamon) tatsächlich mitbringt (Ubiquity/Preseed oder Subiquity/Autoinstall) — die Seed-Daten (
installer_type: 'autoinstall') sind dahingehend noch unbestätigt, evtl. falsch benannt. - Fedora + Kickstart per Reboot zuerst testen, nicht Distro wechseln — geringste Kosten, da ISO/VM/die gesamte Kiosk-Arbeit (Epiphany, Panel) erhalten bleiben, falls es funktioniert. Test: aus der laufenden Live-Sitzung heraus gezielt mit
inst.ks=<URL>am Cmdline neu booten, beobachten ob Anaconda diesmal vollständig automatisiert durchläuft (inklusive der Zustellungsfrage oben). - Nur falls Schritt 2 scheitert: dasselbe Reboot-Muster mit dem in Schritt 1 geklärten Ubuntu/Mint-Mechanismus.
- Nur falls auch das scheitert: Ultima Ratio wie oben — separates Netinstall-/Boot-Medium, inklusive der Grundsatzfrage, ob der interaktive Modus mangels grafischer Sitzung zugunsten von reinem Auto-Modus mit Portal-Bestätigung (ADR-0008) aufgegeben wird.