From 68d831a05a9928a0c22103939dcda97847b4e348 Mon Sep 17 00:00:00 2001 From: Thomas Stallinger Date: Thu, 23 Jul 2026 12:02:55 +0200 Subject: [PATCH] docs: refine ADR-0009 with a two-stage boot plan instead of a distro switch Further research showed the live-session-invocation limitation isn't Fedora-specific: Ubuntu/Subiquity autoinstall and Ubiquity/preseed are also strictly kernel-boot-parameter-triggered, and Calamares has no unattended mode at all regardless of timing. Rather than switching distros, the live session can instead set the right boot parameter for a second boot and reboot into the installer's normal automated mode - potentially avoiding a Fedora/Anaconda departure entirely. Records the agreed test order: confirm Mint's actual installer, test Fedora+kickstart-via-reboot first (lowest cost), then Mint/Ubuntu with the same pattern, with the original ADR-0009 ultima ratio last. Co-Authored-By: Claude Sonnet 5 --- adr/0009-anaconda-live-kickstart-verworfen.md | 17 +++++++++++++++-- 1 file changed, 15 insertions(+), 2 deletions(-) diff --git a/adr/0009-anaconda-live-kickstart-verworfen.md b/adr/0009-anaconda-live-kickstart-verworfen.md index 9029522..f7d7751 100644 --- a/adr/0009-anaconda-live-kickstart-verworfen.md +++ b/adr/0009-anaconda-live-kickstart-verworfen.md @@ -36,6 +36,19 @@ Ausdrücklich **nicht** gewählt: Anaconda umgehen und Partitionierung/Dateisyst ## Konsequenzen - `13-live-provisioning-boot.md` (Abschnitt "Nativer Installer aus der Live-Sitzung") muss überarbeitet werden, sobald der tatsächliche Weg feststeht — noch nicht Teil dieser Entscheidung. -- Nächster Schritt: Ubuntu/Debian-basierte Installer-Medien (Debian-Installer/Preseed oder Subiquity/Autoinstall) neu bewerten — beide kennen diese Live-Kickstart-Einschränkung nicht, und ein Ubuntu-basiertes Live-Medium war ohnehin schon als Prüfpunkt vorgemerkt (`13-live-provisioning-boot.md`, EROFS-Vermeidung). -- Ultima Ratio, falls auch das nicht überzeugt: Umstieg auf den offiziell unterstützten Anaconda-Kickstart-Weg (separates Netinstall-/Boot-Medium, `inst.ks=` am Kernel-Cmdline, `liveimg --url=` in der Kickstart-Datei) — ein strukturell größerer Rückschritt gegenüber dem aktuellen "alles läuft in einer gebooteten Live-Sitzung"-Modell. Dabei stünde auch zur Debatte, ob der interaktive Modus (mangels grafischer Sitzung ohne echte lokale Bedienbarkeit) zugunsten eines reinen Auto-Modus mit Portal-Bestätigung (ADR-0008) und rein beobachtbarer Fortschrittsanzeige aufgegeben würde. - Betroffene Anaconda-Version zur Einordnung: 44.30-2.fc44 ("bluesky", Pre-Release, neue WebUI-basierte Oberfläche) — die "Kickstart auf Live-Medien nicht unterstützt"-Haltung selbst ist aber laut Anaconda-Projektdokumentation langjährig und nicht auf diese Version beschränkt. + +## Update (23.07.2026): Muster erkannt, verfeinerter Prüfplan + +Weitere Recherche zeigt: das Problem ist nicht Fedora-spezifisch. Ubuntu/Subiquity (`autoinstall`) und Ubiquity (Preseed, älterer Mint-Installer) sind laut Dokumentation ebenfalls ausschließlich für eine Auslösung per **Kernel-Boot-Parameter** gebaut, nicht für einen Aufruf aus einer bereits laufenden Live-Sitzung heraus — dasselbe Muster wie bei Anaconda. Calamares (Basis einiger Mint-Editionen) hat dagegen unabhängig vom Zeitpunkt **grundsätzlich keinen** eingebauten unbeaufsichtigten Modus. + +Daraus folgt ein vielversprechenderer Ansatz als ein Distro-Wechsel: **zweistufiger Boot statt Aufruf aus der laufenden Sitzung.** Die Live-Sitzung macht weiterhin alles wie bisher (Netzwerk, Hardware, Handshake, interaktive/Auto-Entscheidung), löst am Ende aber keinen direkten Installer-Aufruf mehr aus, sondern setzt den passenden Boot-Parameter (`inst.ks=`, `autoinstall`, Preseed-Äquivalent) für den **nächsten** Boot und startet neu. Der native Installer läuft dann in genau der Betriebsart, für die er gebaut ist — kein Live-Sitzungs-Umweg. Das würde bedeuten, dass Fedora/Anaconda eventuell gar nicht aufgegeben werden muss. + +Offener Punkt dabei: das Medium ist laut WLAN-Autoprovisionierungs-Entscheidung (`13-live-provisioning-boot.md`) bewusst nicht dauerhaft beschreibbar — die generierte Konfigurationsdatei muss dem zweiten Boot also vermutlich über eine Server-URL zugestellt werden (`inst.ks=https://...`, passend zu ADR-0003), nicht über eine lokale Datei. Ob die frühe Dracut-Boot-Netzwerkumgebung dafür ausreicht (sie ist nicht dieselbe wie die volle NetworkManager-/WLAN-Konfiguration der laufenden Live-Sitzung), ist ungeklärt und Teil der folgenden Prüfschritte, nicht vorab gelöst. + +**Vereinbarter Prüfplan, in dieser Reihenfolge:** + +1. Klären, welchen Installer Linux Mint (Cinnamon) tatsächlich mitbringt (Ubiquity/Preseed oder Subiquity/Autoinstall) — die Seed-Daten (`installer_type: 'autoinstall'`) sind dahingehend noch unbestätigt, evtl. falsch benannt. +2. **Fedora + Kickstart per Reboot zuerst testen**, nicht Distro wechseln — geringste Kosten, da ISO/VM/die gesamte Kiosk-Arbeit (Epiphany, Panel) erhalten bleiben, falls es funktioniert. Test: aus der laufenden Live-Sitzung heraus gezielt mit `inst.ks=` am Cmdline neu booten, beobachten ob Anaconda diesmal vollständig automatisiert durchläuft (inklusive der Zustellungsfrage oben). +3. Nur falls Schritt 2 scheitert: dasselbe Reboot-Muster mit dem in Schritt 1 geklärten Ubuntu/Mint-Mechanismus. +4. Nur falls auch das scheitert: Ultima Ratio wie oben — separates Netinstall-/Boot-Medium, inklusive der Grundsatzfrage, ob der interaktive Modus mangels grafischer Sitzung zugunsten von reinem Auto-Modus mit Portal-Bestätigung (ADR-0008) aufgegeben wird.